Abtei Pannonhalma
Eine in der ungarischen Gemeinde Pannonhalma gelegene Territorialabtei, die bis heute von Benediktinern besiedelt ist, ist die Abtei Pannonhalma.
Die Abtei Pannonhalma befindet sich im Range einer Erzabtei und gehört der Ungarischen Benediktinerkongregation an. Sie zählte im Jahre 1948 noch 24.698 Katholiken in 20 Pfarreien mit 65 Ordenspriestern, 32 Ordensbrüdern und 38 Ordensschwestern. Im Jahr 2002 zählt das Abteigebiet nur noch 21.532 Katholiken, mit 14 Ordenspriestern, 16 Ordensbrüdern und 28 Ordensschwestern. Allerdings hat die Abtei Pannonhalma keine Diözesenpriester in all diesen Jahren besessen. Seit dem Jahre 1996 gehört die Abtei zum UNESCO-Welterbe.
Geschichte
Das Kloster wurde im Jahre 956 von Fürst Géza I als erstes ungarisches Benediktinerkloster gegründet. Schon während der Regierungszeit des ersten ungarischen Königs, Stephan I, des Heiligen wurde die Abtei zur Erzabtei erhoben und gilt seitdem als Zentrum des Benediktinerordens in Ungarn. Kirche und Gebäude wurden im Jahre 1001 geweiht. Die Anlage wurde bis zum 13. Jahrhundert im romanischen Stil erweitert. Im gotischen Stil im 15. Jahrhundert. Barock umgebaut und reich ausgestattet wurde die Abtei Pannonhalma im 17./18. Jahrhundert. Von Kaiser Joseph II wurde das Kloster, wie sämtliche Benediktinerklöster in Ungarn, aufgelöst. Wieder tätig wurde der Orden im Jahre 1802 und sah seine Aufgabe vornehmlich im Unterricht.
Alle Klöster von Ungarn wurden im Jahre 1945 verstaatlicht. Der Orden konnte diese Zeit bis zur „Wende“ unter eingeschränkten Bedingungen, aber unter Fortsetzung der Unterrichtstätigkeit überstehen. Seither widmet sich der Orden wieder seinen traditionellen Aufgaben in Kirche und Gesellschaft.
Auch das klassizistische Gebäude der Bibliothek, das in der Zeit von 1824 – 1832 errichtet wurde, ist mit ihren alten Handschriften und Inkunabeln sehenswert. Hier starb am 23. August 1945 Kronprinzessin Stephanie von Österreich-Ungarn.